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Die Historie von Kloster Reichenstein


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Titelbild von: Hans Gerd Lauscher, "Der Gutshof Reichenstein", 318 Seiten, 2008: Der unbekannte Künstler dieser historischen Zeichnung erfaßte die Klosteranlage von Südwesten, Entstehung wahrscheinlich im ersten Viertel des 19. Jh.

Im Jahre 1136 schenkten die Herzöge von Limburg ihre uralte Burg Richvinstinne (Reichenstein) dem Prämonstratenserorden, der dort einen Konvent errichtete. Das Kloster war Zeuge einer wechselvollen Geschichte, während der sich die Mönche von Reichenstein 600 Jahre lang durch ihre Seelsorge, Schulbildung und Gastfreundschaft als 'Apostel' des Monschauer Landes erwiesen haben.

Nachdem das Kloster 1543 durch Landsknechte zerstört worden war, erfolgte nach und nach der Wiederaufbau, der aber erst Ende des 17.Jhd. fertiggestellt wurde (die Maueranker der Klosterkirche nennen das Jahr 1693). Etwas später, im Jahre 1714, wurde Reichenstein zur Propstei erhoben und genoß von da an eine weitgehende Unabhängigkeit vom Mutterkloster Steinfeld. Ende des 18.Jhd. gehörten 28 Chorherren zum Konvent, von denen sich jedoch nur 11 dort aufhielten, während die übrigen als Seelsorger auf auswärtigen Pfarrstellen eingesetzt waren. Dies veranschaulicht die zentrale Bedeutung, die dieses Kloster für das christliche Leben im Monschauer Land hatte.

1950
Die Luftaufnahme der 1950er Jahre erlaubt eine umfassende Aufsicht auf den Gebäudekomplex des Vierseithofes

In Folge der französischen Revolution wurden 1802 durch Napoleon alle Klöster auf der linken Rheinseite aufgelöst. Auch Reichenstein ereilte dieses Schicksal, die Mönche wurden vertrieben und das Anwesen versteigert und fortan als landwirtschaftlicher Betrieb genutzt.

So blieb es 200 Jahre lang. Am 29. November 2007 jedoch wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen: Unsere Ordensgemeinschaft von Notre-Dame de Bellaigue hat die historische Klosteranlage erworben, um ein weiteres Benediktinerkloster zu gründen. – Der monastische Geist, der diese Klostermauern vor langer Zeit errichtet hat, soll hier wieder neu aufleben. Die deutsche Tochtergründung steht bevor, sobald die wichtigsten Umbaubauten und Renovierungsmaßnahmen abgeschlossen sind.

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Wir machen Sie auf ein Buch von Hans Gerd Lauscher aufmerksam, das sich mit der Geschichte Reichensteins nach 1803 beschäftigt:

Der Gutshof Reichenstein
Arbeiten und Wirtschaften in der Mitte des 19. Jahrhunderts.
Herausgegeben vom Geschichtsverein des Monschauer Landes,
Bd. 9, und dem Kreis Aachen, Monschau/Aachen 2008
geb., 317 Seiten mit 160 Abbildungen

Preis EUR 17,80      ISBN 978-3-00-024400-1